Mnemotechniken für Deutsch als Fremdsprache sind eindeutig auf dem Vormarsch

Auch wer Deutsch lernt, muss große Mengen an abstrakten Regeln “einfach auswendig” lernen. Ein großer Fehler der modernen Didaktik besteht allerdings darin, dass diese Notwendigkeit des Auswendiglernens von abstrakten Inhalten vernachlässigt wird. Stattdessen will man eher, dass die Lernenden verstehen, was sie lernen.

Das klingt zwar auf den ersten Blick gut, aber es ignoriert die Tatsache, dass es bei Grammatikregeln nichts zu verstehen gibt. Niemand, der Deutsch lernt, kann VERSTEHEN, warum das Verb “danken” den Dativ benutzt. Das versteht auch kein Deutscher, aber die Deutschen lernen schon als Kinder, wie man es richtig anwendet. Wenn Sie nun Deutsch lernen wollen, müssen Sie diese Regel “Das Verb ´danken´ benutzt den Dativ” einfach irgendwie auswendig lernen.

1989 hat Dr. Horst Sperber eine Doktorarbeit mit dem Titel “Deutsch lernen mit Mnemotechniken” veröffentlicht. In dieser Arbeit untersucht er zunächst, wie häufig im Deutschunterricht Gedächtnishilfen benutzt werden und zweitens, was die Anwendung von Mnemotechniken im Deutschunterricht nützt.

Die Ergebnisse sind eindeutig. Mnemotechniken für Deutsch als Fremdsprache sind so gut wie unbekannt. Sehr selten werden in den Kursen einige wenige Merkhilfen vermittelt. Bezüglich der Wirkung von Mnemotechniken beim Deutsch-Lernen gibt es allerdings keine Zweifel. So lautet sein Fazit: “Der Unbekanntheitsgrad dieser oder ähnlicher Methoden [=Mnemotechniken] ist in Anbetracht der vorliegenden Forschungsergebnisse zu bedauern.”

Zwar findet man in Deutsch-Lehrbüchern immer wieder “Lerntipps”, aber diese sind so selten und oft so unbrauchbar, dass sie kaum als Mnemotechnik bezeichnet werden können.

Traurige Tatsache ist, dass Mnemotechniken für Deutsch als Fremdsprache bis heute ein absoluter Geheimtipp sind. Allerdings kann man eindeutig erkennen, dass immer mehr Deutschlehrer und Deutsch-Lernende diese Techniken entdecken und lieben lernen. Diese Website leistet einen entscheidenden Beitrag dazu.

 

Gesang und Sprachentwicklung


Singen kann artikulatorische Fähigkeiten festigen, da es eine klare Artikulation von Lauten und Worten voraussetzt. Kinder müssen daher zusätzliche Anstrengungen unternehmen, die Laute auszusprechen und jedes Wort deutlich zu singen. Reime in einem Lied machen es für Kinder noch interessanter. Die Fähigkeit, Reime in einem Lied zu erkennen, kann Kinder bei der Überwindung ihrer Sprachschwierigkeiten unterstützen. Reime sind auch in der mündlichen Rede gewöhnlich und werden beim Erwerb von Lesefähigkeiten genutzt. Es hilft Kindern, die rhythmische Organisation der Sprache zu erfassen, weil sie unbewusst getrennte Silben reimen. Kinder können sehen, welche Wörter und Silben sich reimen und betonen oder intonieren sie stärker.

Lernen von neuen Liedern hilft wiederum das aktive Vokabular zu erhöhen. Ein Kind kann so neue Wörter lernen, wenn es zu Hause oder in der Schule singt. Dies geschieht von selbst oder während des Unterrichts im Chor.

Stimmmodulation und Volumenänderung können die bereits von Kindern benutzten Intonationsmuster bereichern und neue Ausdrucksweisen in ihre mündliche Sprache einfügen. Außerdem trainieren Lieder visuelles Denken, das für einen kreativen Umgang mit der Sprache bedeutend ist.

Eine Studie aus Groß Britannien über Deutsch lernen durch Singen.

Eine Studie aus Groß Britannien hat belegt, dass man eine Fremdsprache auch auf ganz andere Art verinnerlichen kann – nämlich durch Singen.

Für ihre Untersuchung haben die Wissenschaftler aus Groß Britannien und den USA 60 englischsprachige Probanden mit verschiedenen kurzen ungarischen Sätzen konfrontiert. Die Auswahl der Sprache war keinesfalls ein Zufall. Ungarisch gilt als besonders schwierige Sprache, weil sie weder mit den germanischen noch mit den romanischen Sprachen verwandt ist. Sowohl ihre Struktur als auch ihr Klang unterscheiden sich maßgeblich vom Englischen. Wer Ungarisch lernen will, kann sich in der Regel nur sehr selten an Parallelen zu anderen Sprachen festhalten – ein Fakt, den sich die Forscher der Reid School of Music an der Universität von Edinburgh natürlich bewusst zu Eigen gemacht haben.

Im Verlauf der Untersuchung wurden die 60 Probanden in drei Gruppen aufgeteilt. Während die eine Gruppe die Sätze immer wieder aufsagte (was dem normalen Lernprozess der meisten Menschen entspricht), hat sie die andere Gruppe gesungen. Die dritte Gruppe hatte die Aufgabe, die ungarischen Sätze rhythmisch aufzusagen.

Das Ergebnis des Tests: Die singende Gruppe hat nach 15 Minuten Lernzeit mit Abstand am besten abgeschnitten. Die Probanden konnten sich die ungarischen Sätze nicht nur besser und länger merken, sondern die teils sehr schwierigen Wörter auch präziser aussprechen. Der Lerneffekt war doppelt so gut wie bei den anderen Probanden. Selbst die, die die Sätze immer wieder rhythmisch aufsagten, konnten nicht mit den Sängern mithalten. Das Schlusslicht bildete die Gruppe, die die Sätze einfach nur normal gesprochen hat.