Mnemotechnik

Was sind eigentlich Mnemotechniken für Deutsch als Fremdsprache?

Sehr stark vereinfacht könnte man sagen, dass Mnemotechniken bzw. Gedächtnistechniken mentale Gedächtnishilfen sind, also eine Art Eselsbrücken. 

Schon Platon (428 – 348 v. Chr., der berühmteste Schüler von Sokrates, mit dem die systematische abendländische Philosophie angefangen hat) hat in seinem Dialog “Theaitetos” das Gedächtnis als die Mutter der Musen bezeichnet, und diese hieß “Mnemosyne”, was auf Deutsch einfach “Das Gedächtnis bzw. “die Erinnerung” bedeutet. Aus dem Namen “Mnemosyne” in Verbindung mit “Technik” wurde im 19. Jahrhundert das Wort “Mnemotechnik” neu gebildet. Aber gehen wir zunächst noch einmal zurück ins 5. Jahrhundert v. Chr.:

Laut einer Überlieferung von Cicero war damals ein gewisser Dichter namens Simonides (556-468) bei einem Freund zu einem Gastmahl eingeladen. Während dieses Gastmahls ist leider ein schreckliches Unglück passiert: Der gesamte Festsaal ist eingestürzt, und Simonides hat als einziger überlebt, weil er zu dem Zeitpunkt nicht im Saal war.

Laut Ciceros Angaben konnte Simonides die bis zur Unkenntlichkeit zugerichteten Leichen identifizieren, weil er sich noch an die Sitzordnung erinnern konnte. Aus dieser Erfahrung habe er das Prinzip der Mnemotechnik entdeckt, sich mentale Bilder von Gedächntisinhalten zu kreieren und diese in der Vorstellung an bestimmten Orten zu platzieren. Hierdurch sei die so genannte Loci-Methode entstanden (loci = Orte).

Seit der Antike wurden ständig neue mentale Techniken entwickelt, um das systematische Abspeichern von Informationen im Gedächtnis zu erleichtern und somit die Gedächtnisleistung um ein Vielfaches zu erhöhen.

Warum helfen Mnemotechniken eigentlich (beim Deutsch-Lernen)?

Warum man sich mit Gedächtnistechniken einfach ALLES viel besser merken kann, liegt an einem ganz einfachen Prinzip:

Anstatt eine abstrakte Information (hier die Reihenfolge der Planeten) so oft “stur” zu wiederholen, bis wir sie endlich auswendig können, haben wir einfach aus den Anfangsbuchstaben der einzelnen Elemente einen sinnvollen Satz gebildet, den wir verstehen. Wer diesen Satz einmal gehört oder gelesen hat, vergisst ihn normalerweise nicht mehr so schnell; wir haben also mit einem einfachen Trick sehr schnell die Reihenfolge der Planeten unseres Sonnensystems gelernt.

Auf die meisten Menschen wirkt das wie Magie, weil man sich mit Mnemotechniken prinzipiell ALLES ganz einfach merken kann. Die Erklärung dafür ist aber ganz einfach. Sinnlose Informationen vergessen wir schnell wieder, weil wir sie in unserem Gedächtnis nirgends einordnen können. Sinnvolle Informationen können wir dagegen mit anderen Informationen in unserem Gedächtnis verknüpfen und deswegen viel besser behalten. Dieses Phänomen nennen wir auch VERSTEHEN.

Hier also noch einmal das wichtigste Prinzip von Gedächtnistechniken:

Sinnlose Lerninhalte werden durch einfache Tricks sinnvoll und somit verständlich gemacht, sodass sie viel leichter in unserem Gedächtnis bleiben.

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